Jamie
Mischling - Hündin
Malinois, Chow-Chow und Australian Cattle Dog
geboren am 1.7.2004
54 cm groß - 22 kg
Auf diesen Seiten möchte ich von einem Hund berichten,
der unschuldig geboren wurde und in die Hände von skrupellosen Leuten
fiel die ihr fast das Leben genommen haben.
An diesem Tag war ich eigentlich zum spazieren gehen verabredet.
Doch es kam anders. Steph und Ruth waren verhindert und ich überlegte, wo gehe ich heute
ne Runde Gassi? Grube 7 war der Entschluss und wir fuhren los. Im Auto befand sich auch eine
Plastiktüte fürs Tierheim voll mit Spielzeug, Leinen und Futter. Sachen die sich im Laufe der Monate
ansammeln und irgendwie doch nicht gebraucht werden. Wochenlang schon fuhr ich diese spazieren,
habe es nie geschafft sie abzugeben. Doch an diesem Samstag war es fest eingeplant. Am Ende des
Spaziergangens packte ich die Jungs ins Auto und fuhr Richtung Tierheim. Je näher ich
dem Tierheim kam, desto nervöser wurde ich. Eigentlich blödsinnig, wenn man nur etwas abgeben möchte.
So ging ich rein, gab die Tüte ab und entgegen meines Vorhabens ging ich zu den Zwingern der Hunde.
Genau das hatte ich selber schon befürchtet, aber manchmal handelt man einfach im Hintergrund ohne
Nachzudenken. Ich schaute mir jeden Hund an, las die Namen und jeweiligen Angaben auf den Tafeln.
Überall wo Hündin drauf stand ging ich schnell weiter. Nie wieder sollte bei uns eine Hündin
einziehen. Alleine schon das ich so dachte als ich die Schilder las, hätte mir doch laut sagen müssen
dass ich auf der Suche nach einem weiteren Rudelmitglied war. Der plötzliche Tod von unserer
geliebten Maya war noch zu frisch, kaum drei Wochen waren vergangen. Vielleicht war es auch das,
was mich dann zu dem einen Zwinger immer wieder hingehen ließ, obwohl dort Hündin drauf stand.
Aber da lag etwas braunes struppiges völlig apathisch auf der Erde. Alle anderen Hunde bellten oder
jaulten, aber dieser Zwinger war unheimlich still. Ich sprach sie an und sie reagierte, mit einem
blau überwuchertem Auge stierte sie in meine Richtung. Dieser Anblick ließ mich nicht los. Durch die
Gitter streichelte ich ihr Fell. Es war so spröde und aus dem Häufchen Hund strahlte kein bisschen
Leben aus. Lange Zeit blieb ich dort sitzen, meine Gedanken rasten hin und her. Ich fasste mir ein
Herz und fragte bei dem Tierheim Personal nach was mit dem Hund los ist. Sie bestätigten mir dass
Daisy, so hieß sie, vollkommen blind ist. So fuhr ich wieder nach Hause, mitsamt den Jungs und war
froh dass ihnen das Schicksal im Tierheim zu sitzen erspart bleibt.
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Der Gedanke an Daisy formte am Sonntag in meinem Kopf seltsame Gedanken. Letztendlich kam ich zu
dem Schluß dass ich sie mal zum spazieren ausführen könnte. Montags rief ich direkt früh morgens
dort an und durfte Dienstag vorbeikommen und sie zum Spaziergang mitnehmen.
Zuerst musste ich aber meine Hunde aus dem Auto holen und mit auf das TH Gelände bringen, damit
man sehen konnte dass sie sich mit Jamie vertragen und sie kurz im allgemeinen begutachten. Meine
Jungs waren wie immer ganz lieb und so konnten wir dann mit Jamie losgehen.
Dieser kurze Spaziergang war für mich die Hölle auf Erden. Ich wollte
doch nur mit ihr spazieren gehen. Doch als ich mit Jamie und den Jungs loszog war es um mich
geschehen. Den "Blick" von Jamie
an dem Tag werde ich nie vergessen.
Sie konnte kaum laufen, stieß überall gegen und liebte meine
Jungs von der ersten Sekunde an. Sie hieß im TH damals noch Daisy, auf dem Spaziergang jedoch
kam mir immer wieder der Name Jamie ins Gedächtnis. Ich rief meinen Freund an und weinte ins Telefon.
Insgeheim erwartete ich dass er mir sagte, na los bring sie mit. Das tat er natürlich nicht. Er kennt
mich und weiß dass ich am liebsten jeden Hund der kein Heim hat aufnehmen würde. Bis dahin hatte
er Jamie ja noch nicht gesehen. So brachte ich die kleine Maus wieder ins TH und unterhielt
mich noch etwas mit den Leuten dort. Viel über Jamie konnte man mir nicht sagen, nur dass sie aus
schlechter Haltung freigekauft wurde.
Mitsamt den Jungs fuhr ich wieder nach Hause. Den ganzen Abend
dachte ich nur über Jamie nach. Auch den kommenden Tag, wo ich nachmittags am Rhein saß und meine
Hunde beobachtete, Kimba wie er sein Dummy totschüttelte und Aaron der im Wasser nach Steinen
tauchte. Ihre Ruten wedelten ohne Unterlaß und ihre Augen strahlten. Da hatte ich die Idee, warum
sollte Jamie das nicht auch einmal erleben? So rief ich im Tierheim
an und bat sie, dass Jamie von Freitag mittag bis Samstag morgen bei mir bleiben darf. Darüber
mussten sie erst beraten und ich erhielt eine halbe Stunde später die Zusage.
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So kam es dass ich Jamie Freitags im Tierheim abholte.
Zur Sicherheit habe ich meinen Personalausweis dagelassen und meine
Telefonnummern. Für Jamie bekam ich ihre Augensalbe mit und dann konnten wir los. Jamie ging
bereitwillig mit mir mit und auch im Auto war sie wahnsinnig lieb. Wir fuhren nach an den
Rhein bei Neuss. Und dann durfte sie im Wasser planschen so lange sie wollte. Naja, wenn es
nach ihr gegangen wäre wären wir noch heute im Wasser. Sie braucht das Wasser wie die
Luft zum atmen, das merkte ich sofort.
Gegen 18 Uhr kamen wir zu Hause an. Rolf war
noch im Garten und wir gingen runter. Die
Jungs schossen durchs Tor und Jamie wackelte hinterher. Mein Herz klopfte bis zum Hals, was würde
er sagen? Jamie blieb auf einmal mitten auf dem Weg stehen und Rolf kam um die Ecke vom Gartenhaus.
Da standen sich die beiden plötzlich gegenüber und es war Hundeliebe auf den ersten Blick. Jamie
begrüßte ihn als ob sie sich schon ewig kennen würden und seine Worte werde ich niemals im Leben
vergessen...."du glaubst doch nicht allen Ernstes, dass ich diese arme Maus morgen wieder ins Tierheim
bringe? Niemals wieder geht sie dorthin zurück. Sie bleibt bei uns, für immer." Und Jamie saß stolz
zwischen uns und hörte unseren Stimmen zu. Wie selbstverständlich durchstöberte sie den Garten,
fand das Spielzeug und legte sich in die Sonne zum schlafen. Auch in der Wohnung fand sie sich auf
Anhieb gut zurecht und nach dem Essen schlief sie zufrieden im Körbchen ein.
Nun hatten
wir bereits beschlossen Jamie ein zu Hause zu geben. Die Frage war nur, würde das Tierheim auch
zustimmen? In meinem Eifer hatte ich daran gar nicht gedacht. Somit musste ich noch den langen
Abend und die noch längere Nacht warten bis ich direkt Samstag früh anrufen konnte.
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Tausend Tonnen
Steine fielen von meinem Herzen als sie mir am Telefon sagten wir dürfen Jamie behalten. Wir
fuhren direkt mittags runter um die Formalitäten zu erledigen. Jamie musste mit rein, sie wollten
sie natürlich nochmal sehen. Bemerkenswert fand ich Jamie´s zögern, sie begrüßte ihre Leute zwar, aber
sie lehnte sich immer wieder an meine Beine. Meine innere Angst war, dass Jamie versucht hätte von
mir weg wieder in Richtung ihres Zwingers zu gehen.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich niemals
Jamie nur für einen Tag aus dem Tierheim geholt hätte um sie dann wieder dort abzugeben. Das hätte
den Hund doch nur noch mehr verstört und das wäre kein Tierschutz gewesen. Nein, für Jamie und mich
war von Anfang an klar dass wir zusammen gehören und niemand hätte sich uns je in den Weg stellen
können.
Ich bekam meinen Personalausweis wieder den ich als Sicherheit
am Freitag dagelassen hatte und Rolf unterschrieb den Tierschutzvertrag.
Wir fragten dann noch was
sie an Geld bekommen. Nach meinem Anruf morgens hatte sich der Vorstand beraten und kam zu dem
einstimmigen Beschluss dass sie uns Jamie gerne schenken möchten. Das hat mich sehr berührt, zeigt
es doch dass sie nur im Sinne der Tiere handeln. Sie sahen für die Kleine niemals eine Chance auf
Vermittlung, weil sie blind und behindert ist. Rolf hat dann spontan sein Portemonnaie genommen
und das Geld was damals für Jamie als Freikaufsumme gezahlt wurde als allgemeine Spende gegeben. So
verließen wir dann das Tierheim, mit Jamie an der Seite die zielstrebig zum Auto zog, einstieg und
in ihr offizielles neues zu Hause fuhr. Natürlich nicht ohne uns noch einmal bei den
netten Leuten vom Tierheim zu bedanken für das was sie für Jamie bis dahin getan haben.
Sie gaben ihr alles was nur möglich war, sie
durfte immer mit raus und wurde getragen beim Spaziergang da sie nicht lange laufen konnte. Und sie
hatte einen kleinen Spielefreund mit dem sie im Hof herumtollen durfte. Noch heute fahre ich
regelmäßig ins Tierheim um ihnen Jamie zu zeigen, über ihre Fortschritte zu berichten und ein
paar von unseren Hundesachen zu spenden die wir nicht mehr brauchen.
Im Namen von Jamie und uns allen möchte ich dem Tierheim Wuppertal DANKE sagen für die Liebe
und Zuwendung die sie Jamie gegeben haben und ihr den ersten Schritt in ihr neues Leben zeigten.

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